"Die lustige Witwe" ein zweites Mal verschoben

 

30.04.2021

Es erinnert ein bisschen an die Filmkomödie „Und täglich grüßt das Murmeltier“ mit Bill Murray. Nur zum Lachen ist den Verantwortlichen der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie Schönebeck schon lange nicht mehr zumute. Die Vorbereitungen hinter den Kulissen liefen auf Hochtouren, es wurde rechtzeitig reagiert und intensiv an einer adäquaten Alternative gefeilt. Letztendlich musste nun erneut die Reißleine gezogen werden, so dass eine erneute Verschiebung des 24. Schönebecker Operettensommers leider unumgänglich ist. Grund ist das Vierte Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epischen Lage von nationaler Tragweite (Infektionsschutzgesetz/“Notbremse“), welches am 22. April dieses Jahres in Kraft getreten ist.

„Solche Entscheidungen schmerzen“, bedauert der Landrat des Salzlandkreises Markus Bauer. „Nun muss ‚Die Lustige Witwe‘ weiter warten. Der Bierer Berg muss weiter warten auf unseren 24. Operettensommer. Diese Nachricht trägt Enttäuschung und Hoffnung in einem, für Schönebeck, für Künstler und Publikum, für den Salzlandkreis und die Kultur. Ich danke allen, die jetzt vor allem nach Alternativen suchen und das kulturelle Angebot sichern. Wo der Salzlandkreis unterstützen kann, werden wir das tun.“

Schönebecks Oberbürgermeister Bert Knoblauch kann den Entschluss der abermaligen Verschiebung nachempfinden. „Ich bedauere sehr, dass der Operettensommer erneut verschoben werden muss. Allerdings ist die Fortführung der Planungen angesichts der aktuellen Situation ein zu großes finanzielles Risiko. Ich freue mich darüber, dass die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie an einem Alternativprogramm arbeitet und hoffe, dass wir so Stück für Stück das kulturelle Programm in unserer Region beleben können“, blickt das Stadtoberhaupt optimistisch auf die hoffentlich stattfindenden Veranstaltungen ab Anfang Juli.

Ermutigend blickt auch Anita Bader in die (Kultur-)Zukunft. Lange Zeit hatte die Geschäftsführerin der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie gehofft, das Sommerspektakel doch über die Bühne zu bringen, doch letztendlich sprechen die aktuellen Zahlen eine andere Sprache. „Wir hoffen derzeit, dass sich die Inzidenz im Land und dem Landkreis so positiv entwickelt, dass wir lang genug unter 100 liegen, um überhaupt wieder daran denken können, mit Kulturveranstaltungen an den Start gehen zu können. Derzeit planen wir für den Juli mehrere Konzerte quer durch den gesamten Landkreis, Open-Air und natürlich mit den nötigen Abständen und Hygienekonzepten an den verschiedenen Konzertorten. Neidvoll schauen wir gerade nach Österreich, wo große Festivals wie etwa die Pfingstfestspiele in Salzburg bereits im Mai wieder mit Zuschauer:innen rechnen dürfen und hoffen, dass sich diese positive Welle in den kommenden Wochen auch nach Deutschland ausbreitet.“

Jan Michael Horstmann, Chefdirigent der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie Schönebeck, ist angesichts der Entwicklung der vergangenen Monate sehr besorgt und enttäuscht, dass ausgerechnet die Kultur trotz aufwendiger Hygienekonzepte und entsprechender Kulturprogramme wenig oder überhaupt kein Gehör findet. „Daher habe ich mit aller Kreativität die zwingenden Umplanungen mitgestaltet und bin daher umso mehr von dieser endgültigen Absage betroffen.“

Ein wichtiger Hinweis in eigener Sache: Bereits erworbene Eintrittskarten für den 24. Schönebecker Operettensommer behalten selbstverständlich ihre Gültigkeit – auch für das Jahr 2022. Bereits reservierte Eintrittskarten werden im Ticketsystem übertragen. Wer also beispielsweise für die fünfte Vorstellung in diesem Jahr (2. Juli 2021) sein Ticket reserviert hat, kann auch im nächsten Jahr die fünfte Vorstellung (1. Juli) besuchen. Kartenkäufer:innen, die ihr Ticket anonym erworben haben, melden sich bitte an der jeweiligen Vorverkaufsstelle.