Das Tagebuch der Anne Frank

 

16.01.2023

Am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts wird die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie Schönebeck am Freitag, 27. Januar 2023, „Das Tagebuch der Anne Frank“ im Dr. Tolberg-Saal aufführen. Die Mono-Oper von Grigori Frid beginnt um 19:30 Uhr. Die Inszenierung und Ausstattung von Klaus-Peter Fischer schildert in knappen Bildern das Schicksal des 13-jährigen Mädchen Anne Frank, die sich mehr als zwei Jahre in einem Amsterdamer Hinterhaus versteckt hielt, bevor sie am 4. August 1944 von der Gestapo verhaftet wurde.

Der seelische Druck, der auf dem Kind lastete und dennoch seine moralische Kraft nicht zu brechen vermochte, durchzieht die gesamten dokumentarischen Tagebuchaufzeichnungen der Anne Frank. In diesen Aufzeichnungen vermittelt sich der unbeugsame Lebenswille des Mädchens.

Das Libretto, fast wortgetreu aus dem Original übernommen, wird in eine musikalisch-lyrische Erzählung integriert, deren Emotionsgehalt gleichermaßen der Tragik des Geschehens wie der dichterischen Ausdruckskraft des Mädchen Rechnung trägt.

Annes tiefgründigen Gedanken, ihre naive Freude über ein Geschenk oder einen Flecken blauen Himmels, aber auch ihre nackte Angst und der Wille, tapfer zu bleiben, die aufkeimende Liebe zu Peter, ihr Sinn für Situationskomik, die Hoffnung auf Freiheit und mehr Menschlichkeit, all das findet auch beklemmenden Ausdruck in der Musik. Die Freiheit und Würde des Menschen, der Vorrang des Geistes vor dem Körper und des Bewusstseins vor der Materie sind die zentralen Themen in diesem Werk. Besondere Beachtung wird den Charakteren geschenkt, die nur in Annes Monologen, nicht aber in persona erscheinen: ihr Vater, ihre Mutter, ihre Schwester Margot und Freunde. Hierdurch wird eine besondere Vielschichtigkeit erreicht, die den Handlungsspielraum des Monodrames erweitert.

Eine kleine Vorschau finden Sie unter diesem Link: https://www.operaonvideo.com/the-diary-of-anne-frank-frid-schonebeck-2021-miriam-sabba/