Details zum Stück

 

Beschreibung

 

"Kunst will das, was noch nicht war, aber alles, was sie ist, war schon." (Theodor W. Adorno)

Lassen Sie sich herzlich einladen zum Eröffnungskonzert des diesjährigen Tonkünstlerfestes. Ein Kaleidoskop der Klänge, geschaffen von sieben Komponisten aus Barock, Romantik, klassischer Moderne bis zur neuen gegenwärtigen Musik, gespielt von den hochmotivierten engagierten Musiker*innen der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie Schönebeck. Bekannte Klänge im „neuen“ Gewand werden Sie entdecken. Höhepunkt und krönender Abschluss des Konzertes wird das zu Herzen gehende Violinkonzert von Alban Berg „Dem Andenken eines Engels“, das nicht, wie vielleicht vermutet ein romantisches Bild „malt“, sondern es ist der viel zu früh verstorbenen „engelsgleichen“ Manon Gropius (Tochter von Walter Gropius und Alma Mahler) gewidmet, deren mit großer Geduld ertragenes Leiden der Tod, gerade als eine Besserung schien, jäh ein Ende gesetzt hat. Alban Berg hat dieses Schicksal in tief empfundene Musik mit großer Symbolkraft gefasst. Gespielt wird das Konzert von dem in Schönebeck geborenen, jungen und international erfolgreich wirkenden und einfühlsamen Geiger Zsolt-Tihamér Visontay, dem Preisträger des Musikpreises Sachsen-Anhalt 2018. Freuen Sie sich auf das Violinkonzert von Alban Berg, der mit dem Konzert Manon Gropius ein klingendes Denkmal gesetzt hat und die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie unter der Leitung ihres Chefdirigenten Jan Michael  Horstmann.

Hintergrundwissen - Notiert von Dr. Sigrid Hansen

1991 nach der politischen Wende und dem Verbot unter zwei Diktaturen - 1937 durch die Reichsmusikkammer, nach dem 2. Weltkrieg in der damaligen DDR durch die zentral reglementierte Kultur- und Kunstpolitik - konnte sich der Deutsche Tonkünstlerverband Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. (DTKV) wiedergründen. Im Jahr 1992 wurde die Tradition der  Musikfeste der Tonkünstlervereine des 19. Jahrhunderts - (der Tonkünstlerverein zu Magdeburg gründete sich 1849) - sowie die  Zielstellung der von Franz Liszt initiierten Tonkünstlerbewegung wieder aufgenommen: „… das Neue zu fördern, wo immer es sich regt.“
Bereits 1992 stand das erste  kleine Tonkünstlerfest im Magdeburger Kulturkalender. Zwei Jahre später konnte mit Unterstützung des Musikers, Komponisten und Verlegers Klaus Obermayer aus München der erste Jugend-Kompositionswettbewerb Sachsen Anhalt ausgeschrieben werden, der sich kontinuierlich entwickelt und ausgeweitet hat. Seit Ende der 1990er Jahre begann eine fruchtbringende Zusammenarbeit mit der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie, einem zuverlässigen für das Neue aufgeschlossenen, nicht mehr wegzudenkendem Partner der Tonkünstlerfeste,  liebevoll unser „Festspielorchester“ genannt, das seines gleichen kaum findet. Zahlreiche Ur- und Wiederaufführungen - mindestens zwei, sogar einmal acht - von Komponisten unseres Landes haben die Musikerinnen und Musiker unter ihren jeweiligen Chefdirigenten stets auf das Neue mit großem künstlerischem Einsatz  zum Klingen gebracht. 
Nicht nur die Komponisten des Landes, sondern auch der kompositorische Nachwuchs wurde unterstützt. Zum vierten Mal erfährt der erste Preis des Jugend-Kompositionswettbewerbes im Konzert von der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie eine zweite Aufführung nach der Uraufführung im Preisträgerkonzert. So ist die großartige kreative Zusammenarbeit zwischen dem DTKV, den Dirigenten und den Musiker*Innen der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie ständig gewachsen und zu einer festen, kaum mehr wegzudenkenden Größe geworden, die in der Kultur- und Musiklandschaft unseres Landes für das Neue steht, das es zu fördern gilt (s. Liszt).

 Wir danken dem Land Sachsen-Anhalt, der Landeshauptstadt Magdeburg und der Lotto-Toto GmbH, die das Zustandekommen und  Zusammenwirken dieser Partnerschaft  unterstützt haben.   

Das Programm:

Robert Schumann/Theodor W. Adorno
„Kinderjahr“ 6 Stücke aus op. 48 von Schumann in der Orchesterfassung von Theodor W. Adorno Frühlingsgesang Lied italienischer Marinari Mai, lieber Mai – Bald bist du wieder da! Winterzeit (II) Knecht Ruprecht
Jens Klimek  „Apsis“ - Komposition für Kammerorchester (Uraufführung)
Johann Sebastian Bach  „Fuga (2. Ricercata) a sei voci“ aus „Das musikalische Opfer“ in der Orchesterfassung von Anton Webern 
Axel Gebhardt „… unerschütterlich treu“ (Requiem für Pjotr O. Tschonkuschow; Uraufführung)
Alban Berg Violinkonzert „Dem Andenken eines Engels“ in der Fassung für Violine und Kammerorchester von Faradsch Karaew
 

Besetzung

 

  • Violine Zsolt-Tihamèr Visontay
  • Mitteldeutsche Kammerphilharmonie Schönebeck
  • Dirigent Jan Michael Horstmann